ARCHIV DIMENSIONEN DES GEISTES III

DIMENSIONEN DES GEISTES III

Auch der dritte Teil dieser Reihe wird für die Betrachtung des Spektrums der Bewusstseinsphänomene neue bedenkenswerte Informationen bieten.
Der Uterus ist kein abgeschirmter Raum, nach dessen Verlassen das eigentliche Leben beginnt. Er ist ein Raum der Interaktion und eine individuelle physische Umwelt, in der ein Körperbewusstsein beginnt. Selbst wenn diese frühe Phase relativ störungsfrei verlaufen ist, kann durch spätere Krankheiten oder Irritationen das Selbstbewusstsein in Frage gestellt oder gestört werden.
Die Diskussion über die Ursachen von Geistheilung und Trance auf das Bewusstsein sowie neue Therapiemöglichkeiten bei Unfallschäden, Lernstörungen etc. geben tiefere Einblicke in den Zusammenhang von Gehirn und Bewusstsein.
Synchronistische, d. h. akausale Ereignisse können zu dem engen Bereich der physikalischen Realität von Zeit und Raum durch ein metaphysisch-transzendentes Wirkkonzept in Beziehung gesetzt werden.
Die Eigenschaften des Geistigen entsprechen denjenigen Charakteristika, die die äußerst wunderlichen Erscheinungen der Quantenwelt auszeichnen.
Auch Phänomene in Todesnähe, die die Kriterien von Nichtlokalität und akausaler Kommunikation aufzuweisen scheinen, lassen den Prozess des Sterbevorgangs als Bewusstseinstransformation erkennen.

Dagmar Mundhenke

 

Freitag, 6. Juni, 20 Uhr
Dr. med. Ludwig Janus, Heidelberg
Pränatale Psychologie und das Erwachen des Bewusstseins

In Psychotherapien können sich sehr frühe Erfahrungen aus der Zeit der Geburt und der Schwangerschaft wieder beleben und in Regressionen können ebenfalls allerfrüheste Erfahrungen wieder dem Erleben zugänglich werden. Dies ist auch über die Einnahme von psychoaktiven Substanzen möglich. Auf Grund vieler Beobachtungen in diesen Bereichen kann heute angenommen werden, dass sich mit Ausbildung des fötalen Körpers mit ca. 3 Monaten auch ein erlebendes Bewusstsein konstituiert. Eine weitere Annahme ist die, dass wesentliche Inhalte dieses vorgeburtlichen Erlebens in den magischen und mythischen Bildern der menschlichen Kultur gewissermaßen projiziert sind und einen Referenzpunkt in unserem Welterleben darstellen. Wir beheimaten uns in der Welt, indem wir in ihr unsere Urheimat wieder suchen oder diese mit den Mitteln der Kunst so umgestalten, dass sie jener möglichst nahe kommt. Das Verhältnis von magisch-mythischer Welterfahrung und sinnlicher Welterfahrung ist von jeher ein Gegenstand menschlicher Verstehensbemühung. Mit der Erkundung dieser Zusammenhänge ist eine Erweiterung unseres biographischen Raumes und unseres Bewusstseins verbunden. Dies wird in vielen Beispielen verlebendigt und erläutert.

Ludwig Janus, geb. am 21. August 1939, ist in Essen aufgewachsen und hat Psychologie und Medizin in München, Essen und Göttingen studiert. Psychoanalytische Weiterbildung in Göttingen und Heidelberg. Seit 1975 Psychoanalytischer Psychotherapeut in eigener Praxis in Heidelberg, Dozent und Lehranalytiker an den Psychoanalytischen Weiterbildungsinstituten in Heidelberg, Saarbrücken und Frankfurt. Seit 1995 Präsident der Internationalen Studiengemeinschaft für Pränatale und Perinatale Psychologie und Medizin (ISPPM).

 

Samstag, 14. Juni, 20 Uhr
Dr. rer. nat. Günter Haffelder, Stuttgart
Geistheilung, Trance und Bewusstsein im Licht der Hirnforschung – EEG-Spektralanalyse und Anwendung

Günter Haffelder, Leiter des Instituts für Kommunikation und Gehirnforschung in Stuttgart, entwickelte ein EEG-spektralanalytisches Messverfahren, das in unterschiedlichen Bereichen zum Einsatz kommt. Auf der Grundlage dieser Messungen können lernoptimierende und therapieunterstützende neuroaktive CDs hergestellt werden. In der Grundlagenforschung hat das Institut internationale Beachtung gefunden durch die Arbeit im Bereich Gehirn und Bewusstsein, da Günter Haffelder sich unter anderem auch mit der Erforschung außergewöhnlicher Wahrnehmungsphänomene befasst. Subjektiv erlebte Zustände können durch diese besondere Messmethode vor einem objektivierbaren Hintergrund differenziert werden. Günter Haffelders besonderes Interesse gilt unter anderem der Untersuchung von Übertragungsphänomenen verschiedener Art. Er erklärt sie vor dem Hintergrund morphogenetischer schwingender Felder, über die wir – unbewusst oder bewusst – miteinander in Verbindung stehen. Tritt ein Mensch mit einem entsprechenden Feld in Resonanz, zeigen sich in dessen EEG-spektralanalytisch abgeleiteten Gehirnwellen typische dynamische Frequenzmuster. Die Interpretation dieser Muster gibt Aufschluss über Zusammenhänge zwischen und innerhalb schwingender Felder. Günter Haffelder stellt Ergebnisse aus diesen Forschungsbereichen vor, insbesondere zu den Themen Trance und Geistheilung.

Günter Haffelder ist Physiker und Psychologe. Nach mehrjähriger leitender Tätigkeit in der Industrie arbeitete er als freiberuflicher Managementtrainer und war Lehr-Supervisor an einer Fachhochschule. Neben seiner Arbeit in eigener psychologischer Praxis gründete er vor über 20 Jahren das Institut für Kommunikation und Gehirnforschung.

 

Freitag, 20. Juni, 20 Uhr
Priv.-Doz. Dr. Dr. Reinhard Werth, München
Wie Bewusstsein im Gehirn entsteht

Die Untersuchung der Hirnstrukturen und neurobiologischen Prozesse, die bei Menschen (und Tieren) Bewusstsein hervorbringen, setzt einen klaren Begriff des Bewusstseins voraus. Als das Bewusstsein einer Person bezeichnen wir die Gesamtheit dessen, was dieser Person innerhalb eines bestehenden Zeitintervalls bewusst ist. Damit stellt sich die Frage, durch welche Hirnstrukturen und durch welche neuronalen Prozesse etwas innerhalb eines Zeitintervalls bewusst wird. Diese Hirnstrukturen und Prozesse lassen sich am Beispiel des Sehsystems darstellen. Die Untersuchungen wurden an Patienten, bei denen die für das Sehen notwendigen Hirnstrukturen in ihrer Funktion beeinträchtigt sind, an Patienten, bei denen diese Strukturen zerstört sind, an Patienten, bei denen eine Hirnhälfte chirurgisch entfernt wurde, und an Kindern, deren Großhirn völlig fehlt, durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass unter bestimmten Bedingungen nur unbewusste Sehfunktionen auftreten, während es unter anderen Bedingungen zu bewusstem Sehen kommt. Unbewusste und bewusste Sehfunktionen lassen sich dabei exakt gegeneinander abgrenzen. Damit sind auch die neurobiologischen Strukturen und Prozesse, die über unbewusste Sehfunktionen hinaus bewusstes Sehen entstehen lassen, abgrenzbar.

Reinhard Werth studierte Wissenschaftstheorie, Psychologie und Biologie, Habilitation zum Dr. med. habil. für Medizinische Psychologie, Habilitation zum Dr. phil. habil. für Wissenschaftstheorie. Privatdozent für Medizinische Psychologie an der Universität München, Neuropsychologe am Institut für Soziale Pädiatrie und Jugendmedizin der Universität München. Hauptarbeitsgebiete: Neurobiologische Grundlagen des Bewusstseins, durch Hirnschädigung bedingte Sehstörungen, Lesestörungen. Publikationen zu diesen Arbeitsgebieten.

 

Freitag, 27. Juni, 20 Uhr
Dr. med. Christian Hellweg, Frankfurt
Quantentheorie des Geistes

Unsere Gedanken, unser Wille, Bewusstsein und Empfindungen weisen Eigenschaften auf, die als Merkmale des Geistigen bezeichnet werden können. Damit sind Intentionalität, Nicht-Lokalität, Nicht-Kopierbarkeit, Nicht-Kommunizierbarkeit usw. gemeint. Der Geist ist also im wahrsten Sinne »nicht zu fassen«. Geistiges lässt keine direkte Wechselwirkung mit den bekannten naturwissenschaftlichen Grundkräften – wie Gravitation, elektromagnetischen Kräften etc. – erkennen.
Auf der anderen Seite aber entsprechen diese Eigenschaften des Geistigen haargenau denjenigen Charakteristika, die die äußerst rätselhaften und wunderlichen Erscheinungen der Quantenwelt auszeichnen. Mit der Quantenwelt ist hier derjenige Bereich unserer Welt gemeint, der noch nicht faktisch geworden ist, also der Bereich der Möglichkeiten, der Bereich der Unbestimmtheiten, wo wir zwar »wissen, dass«, aber nicht genau »wissen, wann und wo«. Aus den Zusammenhängen der klassischen Physik ergibt sich mit zwingender Notwendigkeit, dass es diesen Bereich tatsächlich geben muss. An einzelnen Beispielen soll gezeigt werden, wie sehr diese Quantenwelt unserer herkömmlichen naturwissenschaftlichen Intuition widerspricht und wie ähnlich die Eigenschaften geistiger Phänomene denen der Erscheinungen aus der Quantenwelt sein können. Ist der Geist ein Quantenphänomen?

Christian Hellweg hat sich nach dem Abschluss seines Physik- und Medizinstudiums am Max-Planck-Institut in Göttingen jahrelang mit der wissenschaftlichen Erforschung der Hirnfunktionen beschäftigt. Es gelang ihm, zu zeigen, dass Informationen im ZNS auch phasenkodiert sein können. In den letzten Jahren widmete er sich dem Studium des Leib-Seele-Problems und der Erforschung von Phantomwahrnehmungen und Halluzinationen. Sein besonderes Interesse gilt dem Tinnitus, einer Phantomwahrnehmung des Hörsinns, auf deren Therapie er sich spezialisiert hat.

 

Freitag, 4. Juli, 20 Uhr
Florian Mundhenke, M. A., Marburg
Zufall, Koinzidenz und Synchronizität im zeitgenössischen Film als Ausdruck eines Weltgedächtnisses

Der Zufall hat als Thema der Darstellung und Elaborierung künstlerischer Werke – ähnlich wie die Themen Chaos, Entropie und Wiederholung – einen immer größeren Platz gewonnen, gerade im audiovisuellen Medium Film. Diese reizvollen Spiele um Zufall, Prädestination und Koinzidenz, seien es spielerische Entweder-oder-Spekulationen oder Versuche der Bestimmung über die Existenz eines Menschheitsschicksals, sind wissenschaftlich noch kaum erforscht. Dies mag daran liegen, dass die Auseinandersetzung mit dem Zufall zu heterogen ist, um über einen festen Theoriekorpus zur Analyse der künstlerischen Ausarbeitungen zu verfügen. Gerade in den Geisteswissenschaften gibt es wenige explizite Zufallstheorien, oft beschränkt sich die Analyse hier lediglich auf die Darstellung möglicher werkimmanenter und produktionstechnischer Zufallsmechanismen, ohne diese weiter zu hinterfragen.
Einen interessanten und kaum ausgeführten Ansatz bietet die Untersuchung subliminaler Strukturen im Bewusstsein und deren Analoga zu Ereignissen in der Realität. Einen ersten Anhaltspunkt hierzu liefert C. G. Jungs Theorie von der Synchronizität. Der Tiefenpsychologe begriff bestimmte Zufälle als synchronistische Ereignisse, die durch ihren Sinngehalt verbunden sind, ohne dass ein Kausalzusammenhang in der Realität gegeben ist. Er verstand darunter sowohl zwei oder mehrere in der Realität stattfindende Ereignisse als auch Träume und Visionen, die Hinweise und Vorausblicke auf reale Geschehnisse sein können und durch das kollektive Unbewusste hervorgerufen werden. Synchronistische Ereignisse können also den engen Bereich der physikalischen Kausalität von Zeit und Raum durch ein metaphysisch-transzendentes Wirkkonzept ergänzen.
Im Rekurs auf die Filmanalyse findet sich auch in der Filmtheorie von Gilles Deleuze ein ähnlicher Ansatz wieder, vor allem in der Darstellung des Weltgedächtnisses und der Erinnerungsschichten, wie er sie anhand der Untersuchung der Filme von Resnais vornimmt. In diesem Vortrag sollen diese bewusstseinstheoretischen Ansätze einige interessante Aufschlüsse zur Analyse und Betrachtung der filmischen Werke liefern. Beispiele von Filmsequenzen illustrieren den Vortrag.

Florian Mundhenke, geb. 1976, M. A., studierte Neuere deutsche Literatur und Medienwissenschaft, Europäische Ethnologie und Amerikanistik in Marburg. Tätigkeiten als Redakteur für die Zeitschrift MEDIENwissenschaft und als Mitarbeiter bei Radio X in Frankfurt am Main und BURST FM in Bristol/England. Derzeit Promotion über ein filmphilosophisches Thema. Forschungsschwerpunkte: Zufall, Geschichtlichkeit und Identität als Problemkomplexe im Film, zeitgenössische Medientheorien.

 

Freitag, 11. Juli, 20 Uhr
Dr. med. Wolfgang Hasselbeck, Frankfurt
Bewusstseinsphänomene in Todesnähe und ihre möglichen Konsequenzen für den Umgang mit Tod und Sterben

Auch wenn die Interpretation der von der Nahtodforschung beschriebenen Gefühle, Wahrnehmungen und Empfindungen von Menschen in Todesnähe bis heute umstritten ist, wird die Tatsächlichkeit dieser Phänomene kaum mehr geleugnet. Unterschiedliche Kulturkreise und Altersstufen übergreifend, beschrieben Menschen, die einmal klinisch tot waren oder im Zusammenhang mit Krankheiten bzw. Unfällen dem Tod nahe waren, überzufällig oft Erlebnisse, die von unserer gewohnten Selbst- und Weltwahrnehmung kaum nachvollziehbar erklärt werden können. Ob man das Wahrgenommene als eine Art »anderer Wirklichkeit« oder lediglich durch die Funktion des Gehirns unter Extrembedingungen hervorgerufene »Symptome« interpretieren soll, ist strittig; unbestreitbar ist jedoch, dass die beschriebenen Phänomene im Zusammenhang mit den Todeskonzepten vieler Religionen teilweise seit Tausenden von Jahren eine große Rolle spielen. Um diese Phänomene abgrenzen zu können, wird der Prozess des Sterbevorgangs definiert, und es werden Todesdefinitionen vorgenommen. Auch das Problem der passiven oder aktiven Euthanasie wird vor dem Hintergrund der Nahtodphänomene beleuchtet. Wie unsere Entscheidungen im Umgang mit dem eigenen Leben und Tod und mit sterbenden Menschen durch das Wissen um Nahtodphänomene beeinflusst werden können, hängt natürlich wiederum in vielerlei Hinsicht von deren Deutung ab, und doch lassen sich auch interpretationsunabhängig einige Thesen aus der Nahtodforschung ableiten, deren Beherzigung Leben, Sterben und die Begegnung mit der Todesschwelle bereichern dürfte, weil sie auf den Transformationsvorgang der Ganzwerdung und Erfüllung hinweisen.

Wolfgang Hasselbeck hat nach seiner Ausbildung zum Organisten Medizin an der Universität Frankfurt studiert. Er promovierte zum Thema „Sinndeutung als Strategie der Auseinandersetzung mit psychotischen Erlebnissen im Jugendalter“. Facharztweiterbildung am PKH Riedstadt und in der neurologischen Klinik Hephata, Schwalmstadt. Seit 1994 niedergelassener Psychiater mit eigener Praxis und sozialpsychiatrischem und gutachterlichem Tätigkeitsschwerpunkt. Seit über 20 Jahren Beschäftigung mit (neu-)platonischer Philosophie sowie mit Psychologie und deren historischer Weiterentwicklung bis in die Gegenwart, insbesondere im Kontext psychiatrischer Problemstellungen.

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