Freitag, 24.11.2017 – 20:00 Uhr: „Renate-Chotjewitz-Häfner-Förderpreisverleihung 2017“

Verleihung des Renate-Chotjewitz-Häfner-Förderpreises 2017; den Preis erhält die Schriftstellerin Ingrid Mylo.

Organisation und Moderation: Irmgard Maria Ostermann
Laudatorin: Hazel Rosenstrauch

Renate Chotjewitz-Häfner – Stifterin des Förderpreises

Die Frankfurter Autorin und Literaturaktivistin Renate Chotjewitz-Häfner (1.5.1937 – 24.11.2008) studierte Malerei, Kunstgeschichte, Theatergeschichte und Publizistik, engagierte sich in der Frauenbewegung und in Kulturinitiativen, ganz besonders im Verband deutscher Schriftsteller (VS), dessen hessische Landesvorsitzende sie von 1988 bis 1991 war. Sie arbeitete auch als Herausgeberin und literarische Übersetzerin u.a. der Theaterstücke des Nobelpreisträgers Dario Fo und seiner Frau Franca Rame und beschäftigte sich mit dem Landjudentum in Hessen, mit Lokalgeschichte, der Frauenfrage und literarischer Spurensuche. So gab sie 1999 den Stadtplan „Literarisches Frankfurt“ heraus, der Wohn- und Wirkungsstätten bedeutender Dichter, Philosophen und Verleger verzeichnet.

In Frankfurt gehörte sie 1996 zu den Gründungsmitgliedern der Literaturgesellschaft Hessen e.V., der Romanfabrik und beteiligt war sie an der Gründung des Frankfurter Literaturbüros (heute Hessisches Literaturforum).

Ingrid Mylo – Preisträgerin 2017

Foto:  Frank Horvat

Ingrid Mylo, geboren 1955 in Frankfurt, studierte Germanistik, Anglistik und Amerikanistik an der Goethe-Universität. Von 1974-76 arbeitete sie als Regieassistentin am Theater am Turm (TAT), u.a. für Rainer Werner Fassbinder. Ihr Werk umfasst Drehbücher, Lyrik, Kinderbücher und Prosatexte, Kurzhörspiele, Features,  Essays und Filmkritiken.

Von 1988-1999 erschienen im  Frankfurter Kulturmagazin „Strandgut“ ihre Kurzprosastücke „Kaffeeblüten“, 2004 veröffentlichte der Verlag „Das Arsenal“ „Das Treppenhaus und andere Landschaften“. Sie ist Übersetzerin aus dem Englischen, Rezensentin für  hr2-kultur und die Badische Zeitung. Zuletzt erschienen „Männer in Wintermänteln“, „Krähenspäne“, 41 Gedichte, „Kleine böse Absichten“ mit Zeichnungen von Peter Olpe (Prosastücke) und „Das 100-Tagebuch. Documenta 13“ mit Co-Autor Felix Hofmann, der Prosa-Band „Zufälliges Blau“ wird voraussichtlich Ende des Jahres im Berliner Verlag „Das Arsenal“ erscheinen.

Ingrid Mylo lebt in Kassel.

Auszüge aus Rezensionen

„…nichts entgeht ihrem überaus scharfen Blick, und vor allem entgeht nichts
dieser phänomenalen Gabe, aus dem Gesehenen die Essenz zu extrahieren… Wunderschöne Sätze scheinen ihr dabei leicht aus der Feder zu fließen:
`Erstes Aufästeln von Herbst in der Luft, morgens, wenn der September die Kurven enger nimmt.´“

Heiko Schimmenpfeng/ Kulturmagazin, Kassel (Männer in Wintermänteln)

„Poesie und Verstand, das Atmosphärische und das Analytische gehen in diesen Texten eine seltene Verbindung ein. Und manchmal kommt auch so etwas wie ein sarkastisches Temperament, ein Witz mit leise bedrohlichem Unterton zum Zuge, den man der feinsinnigen Autorin erst auf den zweiten Blick zutraut…Mylo kann das Leben der Wörter in eine Sprache fassen, die atmet. Wie ihr das gelingt begreift man am besten, wenn man ihre Prosaminiaturen liest. Ingrid Mylos Texte sind schön: konzentriert wie Prosagedichte.“

Bettina Schulte/ Badische Zeitung (Männer in Wintermäneln)

„Ingrid Mylo kann mit nur wenigen Worten Menschen zeichnen, ihre im Frankfurter `Strandgut´ über zwölf Jahre erschienenen `Kaffeeblüten´ sind legendär. Sie ist eine Diamantenschleiferin der Worte, nichts ist bei ihr beliebig.“

Alf Mayer/ Litmag Culturmagazin

„Ein Labsal an Witz, Einfall und Genauigkeit.“

Michael Jeismann/ F.A.Z (‚Das Treppenhaus und andere Landschaften)

Irmgard Maria Ostermann – Moderatorin

Die Frankfurter Schriftstellerin und ehemalige stellv. Vorsitzende des Verbands
deutscher Schriftsteller, Landesverband Hessen, engagierte sich über Jahre in der Literaturgesellschaft Hessen und im Hessischen Literaturrat. Sie veröffentlichte Romane, Erzählungen, Lyrik und ein Theaterstück für Jugendliche.

Hazel Rosenstrauch – Laudatorin

Die Kulturwissenschaftlerin Hazel Rosenstrauch wurde in London geboren, wohin ihre Eltern vor den Nazis geflohen waren. Aufgewachsen  in Wien, Studium in Berlin  und Tübingen – Germanistik, Soziologie und Empirische Kulturwissenschaften –  Assistentin im Soziologischen Institut an der Freien Universität Berlin, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sozioökonomie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, das sind einige Stationen ihres beruflichen Leben. Sie lehrte an verschiedenen Universitäten und war immer wieder als Redakteurin im Kulturbereich tätig, zuletzt verantwortliche Redakteurin der Zeitschrift „Gegenworte“ der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Seit 1967 ist sie auch freie Journalistin und Schriftstellerin. Ein publizistischer Schwerpunkt ist das deutsch-jüdische Verhältnis. 2012 erhielt sie den Österreichischen Staatspreis für Kulturpublizistik. Sie lebt in Berlin.

Die Veranstaltung der Skyline AG findet in Kooperation mit dem Kulturwerk deutscher Schriftsteller e. V. statt, gefördert vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und dem Kulturamt der Stadt Frankfurt

Eintritt 6,- Euro!

Irmgard Maria Ostermann
Kaltmühlstr. 4, 60439 Frankfurt
Tel.: 0160 176 9958
Email: mariaostermann@gmx.de

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