Sonntag, 10.12.2017 – 10:00 – 15:00 Uhr: „Walter Benjamin-Matinée mit Seminar“

Walter Benjamin-Matinée mit Seminar

  • Reinhard Pabst (Bad Camberg): Walter Benjamin und Ernst Bloch, 31. Dezember 1930 – Biographie eines Tages
  • Dr. Stefano Marchesoni (Rovereto): Vom Eingedenken bei Ernst Bloch und Walter Benjamin
  • Prof. Dr. Francesca Vidal (Koblenz/Landau): Ernst Bloch und die Liebe

Moderation: Dr. Thomas Regehly

Veranstalter: Philosophisches Kolloquium: Kritische Theorie, Ernst-Bloch-Gesellschaft

Ankündigung zu den drei Vorträgen:

Das messianisch gefärbte Konzept des Eingedenkens, das beim späten Benjamin an prominenten Stellen vorkommt, hat eine faszinierende und eigentümliche Geschichte, die auf Ernst Blochs “Geist der Utopie” zurückgeht. Es lohnt sich also auf die vielfältigen Bedeutungen sowie die philosophischen Implikationen dieses Begriffs einzugehen, um ein wichtiges und eher verkanntes Kapitel aus der deutschjüdischen Geistesgeschichte des 20. Jahrhunderts zu beleuchten.

Stefano Marchesoni unterrichtet in Rovereto. Er hat mit der Arbeit „Walter Benjamins Konzept des Eingedenkens“ 2013 in Berlin promoviert, die 2016 im  Kadmos-Verlag Berlin publiziert wurde. Eine Vorstudie zu Ernst Blochs „motorisch-phantastischer Erkenntnistheorie im „Geist der Utopie“ erschein 2017

„Ich holte ihn [vom Bahnhof] ab wie Old Shatterhand Winnetou, als dieser nach Dresden kam“, berichtete Ernst Bloch seiner späteren Frau Karola am 2. Januar 1931 über Walter Benjamins Silvesterabend-Besuch in Ludwigshafen. Gemeinsam erkundeten sie die Geburtsstadt des Älteren, lasen sozusagen das Kapitel „Geist, der sich erst bildet“ in Blochs „Spuren“ (1930) mit den Füßen. Der Vortrag heftet sich den beiden Nachtschwärmern an die Fersen und erläutert zahlreiche unbekannte Details zu ihren Lebensgeschichten, vor allem zum Hintergrund von Benjamins „Berliner Kindheit“.

Reinhard Pabst, geb. 1963, freischaffender Literaturwissenschaftler und Vorstandsmitglied der Marcel Proust Gesellschaft, sammelt u.a. Franz Kafkas und Elias Canettis Kinderbücher. Zuletzt kuratierte er die Ausstellung „Wer war Emmanuel Bove?“ in der Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt (Mai bis Juli 2017).

Man muss ins Gelingen verliebt sein, nicht ins Scheitern‘ gehört zu den Sätzen, in denen anklingt, welche Bedeutung die Liebe für Bloch hat. Dass Verhältnis zur Liebe zu beleuchten, heißt zugleich sich mit den Vorstellungen von Produktivität im Blochschen Werk zu beschäftigen.

Francesca Vidal ist wissenschaftliche Leiterin des Kompetenzzentrums Studium und Beruf der Universität Koblenz-Landau, lehrt Rhetorik und ist Präsidentin der internationalen Ernst-Bloch-Gesellschaft.

Herzlich grüßend
Thomas

Der Eintritt ist frei!

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